Ein unerwarteter Lottogewinn – Muffelwild ganz nah ™

Manchmal spielt einem die Natur Szenen zu, die man so schnell nicht vergisst. Rückblickend fühlte sich dieser Moment an wie ein kleiner Lottogewinn – denn Muffelwild gehört in Mecklenburg-Vorpommern zu den absoluten Ausnahmen. Und genau darum geht es heute: um Wildschafe, Spannung pur und eine Begegnung, die eigentlich nicht geplant war.

Ein Feld, ein Blick – und plötzlich alles anders

Irgendwo in Nordwestmecklenburg, auf dem Rückweg von einem Termin, blieb mein Blick an einer Herde auf einem Feld hängen. Rehwild? Nein, das passte nicht. Im Herbst sind die Sprünge der Rehe kleiner, kompakter. Diese Tiere wirkten anders. Neugierig hielt ich an.

Erstaunlich ruhig standen sie da – direkt an der Straße, ohne jede Fluchtreaktion. Genug Zeit also, um die Kamera samt 600-mm-Teleobjektiv aus dem Kofferraum zu holen. Und dann die Gewissheit: Muffelwild!

Ein Gedanke, der sofort von Nervosität begleitet wurde. Denn diese Wildschafe sind bekanntlich extrem scheu.

Puls hoch, Kamera an – und dann der erste Schreck

Die ersten Fotos entstanden schnell, aus der Hand. Doch kaum hatte ich mein Stativ aus dem Auto geholt, erfüllte sich meine Befürchtung: Die Herde setzte sich in Bewegung, quer über den Acker, in Richtung Wald. Zurück blieb ich – mit hohem Puls und dem Gefühl, gerade eine einmalige Chance verloren zu haben.

Spontan, unvernünftig – und irgendwie alternativlos

Was man eigentlich nicht macht, machte ich trotzdem. Ich hatte nichts zu verlieren. Die Gummistiefel – glücklicherweise noch von der letzten Damwildpirsch im Auto – waren schnell angezogen. Dann stapfte ich über den aufgeweichten Acker hinterher. Warum? Keine Ahnung. Vernünftig war es nicht. Erfolgsaussichten? Gleich null.

Die Fahrspur im Acker half bei der Orientierung. Das Muffelwild zog weiter zur Waldkante und blieb schließlich in einer kleinen Senke stehen. Der bereits stark ausgetriebene Raps bot perfekte Deckung. Oben auf einer kleinen Anhöhe baute ich mein Stativ auf und begann zu filmen. Die Entfernung: etwa 80 bis 100 Meter.

Stille, Spannung – und ein leiser Abschied

Nach einer Weile zogen die Tiere ruhig in den angrenzenden Wald. Für mich war die Episode an dieser Stelle eigentlich beendet.

Ein kleines menschliches Bedürfnis führte mich ebenfalls in den Wald – zugegeben, auch mit der leisen Hoffnung auf einen letzten Anblick. Doch vergeblich. Das Muffelwild schien verschwunden.

Die unerwartete Zugabe

Umso größer die Überraschung: Beim Heraustreten aus dem Wald standen sie wieder da – allen voran ein starker Widder, direkt an der Waldkante. Der Wind stand offenbar perfekt, denn die Tiere nahmen keinerlei Notiz von mir.

Endlich hatte ich Zeit. Zeit für die Fotos, auf die ich gehofft hatte. Ruhige Bewegungen, konzentrierte Momente – Natur pur.

Ich sagte es ja schon: Ein echter Lottogewinn an diesem Freitag.

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