Rotwild im frühen Herbst – zwischen Hoffnung, Brunft und erstem Morgenlicht ™
Schon im frühen Herbst zog es mich in diesem Jahr immer wieder zum Rotwild. Irgendetwas lag in der Luft – diese Mischung aus Erwartung, leiser Unruhe und dem Wissen, dass die Brunft nicht mehr weit sein konnte.
Die erste Begegnung kam eher beiläufig. Ein abendlicher Spaziergang, ganz in der Nähe eines gemütlichen Landgasthofs, sollte eigentlich nur der Verdauung dienen. So zumindest meine offizielle Erklärung. In Wahrheit war da diese leise Hoffnung auf einen Anblick.
Die Kamera lag vorsorglich im Auto. Man weiß ja nie. Und so war ich im Fall der Fälle mit 600 mm Brennweite, freihändig und bereit.
Staub, Bewegung – und der erste Kampf der Saison
In einiger Entfernung stand das Rotwild auf einer freien Fläche. Mehrere Hirsche hatten bereits das Kahlwild um sich gescharrt. Staubwolken stiegen auf und verrieten ihre Präsenz. Dann der Moment, der alles bestätigte:
Der erste Kampf der Saison – beobachtet aus respektabler Entfernung, aber mit klarem Blick.
Unser jährlicher Herbsturlaub fällt ganz bewusst in die Brunftsaison des Rotwildes. Planung ist hier alles. Dieses Mal blieb allerdings nur ein einziges Zeitfenster: eine sehr frühe Morgenpirsch.
Normalerweise bin ich kein Freund des frühen Aufstehens – doch diesmal hatte ich keine Wahl. Ein Wecker war überflüssig. Die Aufregung der Nacht zuvor ließ mich kaum schlafen.
Dunkelheit, Röhren – und eine leise Unsicherheit
Noch weit vor dem Morgengrauen war ich am Ort des Geschehens. Deckung fand ich an einem mächtigen Wurzelteller eines umgestürzten Baumes. Die Rufe der Hirsche hallten durch den Wald – tief, kraftvoll, archaisch. Der Wind stand perfekt. Und doch entfernte sich das Rotwild mit zunehmender Dämmerung langsam von mir.
Hatten sie Wind bekommen? War ich unvorsichtig? Oder einfach einen Moment zu laut? Mir blieb nur die Pirsch – eigentlich nicht meine bevorzugte Art der Tierbeobachtung.
Bewegung aus dem Einstand
An der Waldkante verharrte ich einen Augenblick. Dann Bewegung. Etwas links von mir verließ das Rotwild den Einstand und trat auf die Wiese. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, Fotografieren war unmöglich.
Also Filmen. Zum Glück erlauben moderne Kameras heute genau das. So konnte ich diese Begegnung wenigstens festhalten.
Kurz darauf dann doch noch der ersehnte Anblick:
Das Rotwild zog sich in einen ruhigeren Teil des Reviers zurück. Entspannt lagen die Tiere auf der Wiese. Die Hirsche – sichtbar gezeichnet von der nächtlichen Anstrengung – wechselten nur noch vereinzelt. Jetzt war auch Zeit für Fotos.







Rückblick auf eine besondere Brunft
Wieder einmal Glück gehabt. Und das frühe Aufstehen nicht bereut.
Was bleibt als Rückschau? Jede Brunft ist anders. Auch in diesem Jahr zeigte sich, dass sie sehr früh begann und sich lange hinzog. Nicht so intensiv wie in manchen Jahren zuvor, eher in Wellen – mit weniger Tieren, dafür aber eindrucksvollen Momenten. Die Hirsche, die ich sehen durfte, waren prächtig. Kraftvoll. Würdevoll. Einfach tolle Tiere.
