Naturbeobachtungen – Beutelmeise

Für Naturbeobachtungen der Beutelmeisen ist der noch junge Frühling ein guter Zeitpunkt.

Was sollte man wissen!

Das Nest dieser Vögel ist ein kleines Meisterwerk. Die Beutelmeisen sind wahre Architekten. An herabhängenden Zweigen von Birke, Erle oder Weide bauen sie ein beutelartiges Nest aus verschiedenen Naturmaterialien. Dabei nutzen sie Fasern, Tierhaare oder Samen verschiedener Gewächse, die vornehmlich in der Nähe eines Schilfbestandes wachsen. Abgesehen von der Einschlupfröhre ist der Beutel nach der Fertigstellung fast komplett geschlossen. Die Zeit bis dahin ist genau der Moment, den man abpassen muss. Gleich nach der Rückkehr aus den Winterquartieren im Mittelmeerraum beginnt der männliche Vogel mit dem Nestbau. Der weibliche Vogel muss den Nistplatz für gut befinden und sobald diese passiert ist herrscht reges Treiben am Nest.

Mein Vorhaben

In diesem Jahr machte mich ein Fotokollege ungewollt auf den Standort aufmerksam. Zu deutlich war der Grund seines Setups zu durchschauen. Ausgerichtet auf einem Stativ zeigte das Teleobjektiv in die Birke, die direkt am Tümpel stand. Bereits vor einigen Jahren hatten die Beutelmeisen an diesem Standort ihr Nest gebaut und auch erfolgreich gebrütet. Nun also auch in diesem Jahr an besagter Stelle. Sicherlich kein guter Standort, denn der Durchgangsverkehr in das Vogelschutzgebiet rollt quasi direkt daran vorbei. So ist es fast vorprogrammiert, dass die Tiere bei der Brut gestört werden. Dies ging vor einigen Jahren sogar soweit, dass irgendwann das Nest vom Zweig geschnitten wurde. Ein sehr fragliches Souvenir. Auch in diesem Jahr wurden „Naturliebhaber“ mit Sitzgelegenheiten vor den Baum beobachtet. Naturbeobachtungen gehen irgendwie anders!

Rückblick

Es bleibt immer ein Glück so einen Standort zu finden. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Brutpaare in diesem Gebiet ab. Vor einigen Jahren konnte ich noch mindestens an 3 verschiedenen Standorten Nester entdecken. Im letzten Jahr waren es noch 2 Nester, die ich gefunden habe. In diesem Jahr lediglich dieses eine Nest. Die Gründe dafür würde ich zu gerne kennen. Die Vermutung, dass es mit dem Klimawandel zusammenhängt liegen sicherlich auf der Hand.

An diesem späten Nachmittag war es fast windstill, nahezu perfekte Bedingungen, denn der Beutel bewegte sich fast nicht. Beide Vögel waren schwer beschäftigt. In nur kurzen Abständen brachten sie das Nistmaterial an den Bauort. Gekonnt verrichteten sie ihre Arbeit. Mit heftigen, spiralförmigen Drehbewegungen, die vom oberen Stengel bis in den Beutel führten, nahm das Nest an Umfang zu. Manchmal waren gleich beide Vögel zu beobachten. Der eine Vogel baute aussen und er andere Vogel polsterte den Innenraum aus. Bei diesen Verrichtungen ist „gutes Fotografieren“ möglich. Vor dem Anflug an das Nest wird immer der selbe Ansitz angeflogen. Darauf verharrt das Tier für einen Moment. Das Ausrichten der Fototechnik ist somit möglich und wird mit Erfolgen belohnt.

Noch ein Tipp

Eine weitere, sichere Möglichkeit ist das Finden vor Rohrkolben im Schilf. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sich die Beutelmeisen auch davon bedienen. Bei dem richtigen Licht sind schöne Fotoergebnisse zu erzielen.

Für die Videofreunde

Die Bautelmeisen über eine Saison zu filmen ist eine Herausforderung. Ich habe mich damit begnügt und über einen Zeitraum von 3 Jahren Videosequenzen beim Nestbau einzufangen. Viel Spaß beim Ansehen. https://youtu.be/2S5NdYye1nk

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