Naturbeobachtungen – Fischotter

..im Schutz der Uferzone

*leicht bedeckter Himmel | * 5°C | *fast windstill

Es war schon lange mein Wunsch den Fischotter in der freien Natur zu beobachten. Im letzten Jahr hatte ich bereits das Glück einen flüchtigen Fischotter zu fotografieren. Damals sass ich vor dem Nest einer Schwanzmeise als es neben mir plätscherte. Dem mass ich aber keine weitere Bedeutung zu. Erst als ich die Bartmeise im Kasten hatte, sah ich nach und konnte zunächst das flüchtende Tier nicht zuordnen. Die Bestimmung über meinen Facebookaccount gab dann den Aufschluß, ich hatte meinen ersten Fischotter gesehen.

An diesem späten Nachmittag war ich auf dem Rückweg und wollte eigentlich zu meinem Auto am Friedrichsmoorer Jagdschloss. Auf dem Weg dorthin, an einem Graben inmitten der Waldlewitz, habe ich den flinken Jäger nicht vermutet. So glaubte ich, als ich das Plätschern hörte und ziemlich dicht vor mir einen Schwanz sah, dass es sich um eine Bisamratte handeln würde, die ja an den Gräben der Lewitz zahlreich vertreten sind. Die Kamera bleib deshalb am Stativ auf meiner Schulter. Das Tier entfernte sich und spielte im Wasser dicht an der Uferböschung. Dies war nicht typisch für eine Bisamratte. Erst der Blick durch mein Fernglas schaffte Klarheit. Vor mir tummelte sich ein Fischotter. Das Tier drehte, schwamm im freien Wasser auf mich zu und ich machte bei schlechtem Licht die ersten Fotos. Im Schutz einer Brücke verschwand das Tier.

Ich kann nicht sagen was mich dazu bewogen hat einige Tage später, bei besserem Licht, noch einmal den Graben in Augenschein zu nehmen!? Es war wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedanken, den Fischotter dort anzutreffen. Am Graben angekommen sah ich fast an der gleichen Stelle wie einige Tage zuvor sich bewegendes Wasser. Ziemlich nahe der Uferkante spielte der Fischotter wieder im Wasser. Allerdings war die Distanz sehr groß und die Schwimmrichtung des Tieres verlief auch nicht in meine Richtung. Was für ein Glück! Mein Herzschlag nahm zu und das Adrenalin schoß in meinen Körper. Zur Sicherheit stellte ich das Stativ samt Kamera ab und machte die ersten Filmaufnahmen. Diese konnte mir schon keiner mehr nehmen.

Mein Plan war mich vor mein begehrtes Fotoobjekt zu setzen. Nur wie ohne bemerkt zu werden? Im respektvollen Abstand zum Graben überquerte ich schnellen Schrittes die Wiese. Der Graben machte dort eine Biegung, gut für mich, denn ich konnte mich unbemerkt positionieren. Kurz vor einem kleinen Wehr legte ich mich auf die Lauer. Von dort konnte ich die ca. 100m Graben gut einblicken. Ich hatte Glück, der Fischotter hatte seine Schwimmrichtung beibehalten und bewegte sich auf mich zu. Nur die Uferdeckung war ein Hindernis. Ich sah, dass sich dort etwas bewegte. Nur das Tier sah ich nicht oder nur kurz.

Plötzlich, genau vor mir, am anderen Ufer in ca. 10m Entfernung schoß der Fischotter aus dem Wasser und zeigte sich mit seiner Baute im Maul. Es folgte ein kurzer aber sehr intensiver Kampf mit dem |vermutlich| Maulwurf. ..dann ein schneller Blickkontakt mir mir und anschließend das Abtauchen des Fischotters. Genau diesen Augenblick konnte ich nutzen. Meine Speicherkarte in der Kamera glühte förmlich. Offensichtlich habe ich genau den richtigen Moment erwischt. Bevor sich der Speicher der Kamera wieder beruhigte und ich filmen konnte, verschwand der Fischotter durch die Röhren des Wehrs aus meinem Blickfeld.

Nur ein lautes “Yes” oder so ähnlich durchbrach die Stille des Moments. Was für ein Erlebnis!

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