Uhu im Seeadlerhorst – Eine besondere Begegnung
Wenn der Seeadlerhorst plötzlich dem Uhu gehört
Es ist Mai – die Zeit, in der die Natur in Mecklenburg wieder richtig erwacht. Für viele Naturfotografen und Tierbeobachter beginnt jetzt die spannendste Phase des Jahres. Auch bei mir stehen in dieser Zeit regelmäßig Kontrollen der mir bekannten Seeadlerhorste an. Mithilfe von Drohnen werden die Horste überprüft, um herauszufinden, wie erfolgreich die Brut der Seeadler in diesem Jahr war und ob sich eine Beringung der Jungvögel lohnt.
Bei einem dieser Kontrollflüge machte ein Naturfreund eine außergewöhnliche Entdeckung: Ein alter Seeadlerhorst war plötzlich von zwei Uhus übernommen worden. Eine seltene und faszinierende Beobachtung, die sofort meine Aufmerksamkeit weckte.
Aufbruch zum Uhu-Horst
Nachdem ich die Erlaubnis erhielt, den Standort zu besuchen, stand der Plan schnell fest. An einem ruhigen Sonntagnachmittag machte ich mich auf den Weg in die Natur Mecklenburgs.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Die Sonne schimmerte weich durch die Wolken und sorgte für fast perfektes Licht – ideal für Naturfotografie und Videoaufnahmen. Gleichzeitig hatte ich noch einen weiteren Grund zur Vorfreude: Kurz zuvor hatte ich eine neue Drohne bekommen. Der Besuch am Uhu-Horst sollte gleichzeitig ihr erster richtiger Einsatz werden.
Der erste Drohnenflug zum Horst
Der ehemalige Seeadlerhorst lag hoch oben in einer alten Kiefer und war relativ frei anfliegbar. Trotzdem blieb die Spannung groß. Würde tatsächlich ein Uhu im Horst sitzen? Oder würde mich am Ende nur ein leerer Nistplatz erwarten?

Langsam ließ ich die Drohne aufsteigen. Der Baum stand ungefähr hundert Meter entfernt, die Sicht war optimal. Vorsichtig näherte ich mich dem Horst, während die Abstandssensoren der Drohne immer wieder anschlugen.
Und dann tauchte er plötzlich auf.
Begegnung mit einem Uhu in freier Wildbahn
Mitten im Horst lag tatsächlich ein Uhu – ruhig, regungslos und vollkommen entspannt.
Die großen orangefarbenen Augen blickten direkt in die Kamera. Nur gelegentlich bewegten sich leicht die Augenlider. Keine Hektik, kein Stress, keine Fluchtreaktion. Der Vogel wirkte beeindruckend gelassen und ließ sich von der Drohne kaum beeindrucken.
In diesem Moment wurde mir erneut bewusst, warum solche Begegnungen in der Natur so besonders sind. Diese Ruhe, diese Präsenz und diese Kraft lassen sich kaum in Worte fassen.
Natürlich nutzte ich die Gelegenheit für einige Fotos und kurze Videosequenzen. Danach zog ich die Drohne vorsichtig zurück und wartete noch eine Weile in der Hoffnung, vielleicht auch den zweiten Uhu zu Gesicht zu bekommen. Doch an diesem Tag blieb es bei dieser einen Begegnung.


Warum solche Naturmomente unvergesslich bleiben
Auch wenn der zweite Vogel nicht erschien, war dieser Nachmittag etwas ganz Besonderes. Die Begegnung zeigte mir einmal mehr, wie spannend, unberechenbar und faszinierend die heimische Natur Mecklenburgs sein kann.
Zwischen alten Seeadlerhorsten, hohen Kiefern und den leuchtenden Augen eines Uhus entstehen genau diese Momente, die lange im Gedächtnis bleiben.
Und ganz nebenbei war es tatsächlich meine allererste Begegnung mit einem freilebenden Uhu in Mecklenburg.
