Rendezvous mit den Schleiereulen

Mein Wildlifejahr ist um ein weiteres Highlight reicher – und was für eins!

Ein echtes Gänsehaut-Erlebnis: ein Rendezvous mit den geheimnisvollen Schleiereulen. 🦉✨

Ich hatte das große Glück, beim Beringen der diesjährigen Jungtiere dabei zu sein – ganz nah dran an diesen faszinierenden, lautlosen Jägern der Nacht. Ein Moment, der sich wie ein leuchtender Abdruck in mein Gedächtnis gebrannt hat.

Bevor ich euch mehr über dieses magische Kapitel erzähle, gibt’s erst mal eine kleine Videosequenz – ein kurzer, aber intensiver Einblick in dieses besondere Erlebnis. Film ab – und willkommen in der Welt der Schleiereulen!


Schleiereulen im Brutkasten

Schleiereulen sind wahre Meister der Nacht, scheue Jäger, die man nur selten zu Gesicht bekommt. Sie bevorzugen verlassene Gebäude wie Scheunen oder Kirchen als Unterschlupf, wo sie tagsüber in der Dunkelheit verschwinden und erst in der Dämmerung aktiv werden. In meinem Fall war es eine alte Scheune, ein ehrwürdiger Wasserturm und eine kleine Dorfkirche, die ihr Versteck bildeten. Bei Einbruch der Nacht machen sie sich dann auf die Jagd, immer auf der Suche nach kleinen Säugetieren und Vögeln, die ihren Hunger stillen.

Das markanteste Merkmal der Schleiereule ist ihr auffälliger, herzförmiger Gesichtsschleier – ein faszinierendes Detail, das sie von anderen Eulenarten abhebt. Die beiden Bilder, die ich hier zeige, geben einen perfekten Einblick in dieses besondere Merkmal und lassen die geheimnisvolle Schönheit dieser nächtlichen Jägerin noch lebendiger werden.

..nun zur Geschichte

An einem warmen Junitag trafen wir uns, um an drei verschiedenen Standorten die Schleiereulen zu beringen. Anfangs dachte ich, das Fotografieren der kleinen Kobolde würde ein Kinderspiel sein – einfach hinstellen, abdrücken, fertig. Doch ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Der Schleiereulennachwuchs mag zwar noch nicht fliegen, aber er ist schon erstaunlich flink und kann gut laufen. Wenn man sie also einfach absetzt, besteht die Gefahr, dass sie plötzlich weglaufen – und in der dunklen, engen Umgebung ihrer Brutplätze ist das alles andere als ideal. Ein Jungvogel könnte schnell verloren gehen, und das ständige Suchen würde ihm mehr Stress bereiten, als er ohnehin schon durch die Beringung hat.

An diesem Tag lief jedoch alles glatt. In der Scheune und auf dem Wasserturm konnten wir die Eulen direkt vor Ort beringen. Bei der Kirche war der Boden so beengt, dass wir die jungen Vögel ins Freie bringen mussten, um sie dort zu beringen. Insgesamt haben an diesem Tag 12 junge Schleiereulen ihren „Ausweis“ bekommen – ein kleiner Moment der Erinnerung für jeden von uns.

nestjunge Schleiereule vor dem Beringen

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