Ein grauer Wintertag in der Lewitz

Eigentlich war alles wie immer.

Ein Winterspaziergang mit der Kamera durch die Lewitz, eines meiner liebsten Gebiete für Naturfotografie. Mein Plan an diesem Nachmittag war klar: Ich wollte die nordischen Wintergäste fotografieren – Singschwäne, Schwäne und anderes Wasservogel-Geflügel.

Doch schon beim Ankommen war klar, dass es kein einfacher Fototag werden würde. Schwere Wolken hingen tief am Himmel, alles wirkte dunkel und gedämpft. Kein Wunder – schließlich hatten wir den kürzesten Tag des Jahres.

Keine Schwäne – dafür leere Fischteiche

Schwäne ließen sich an diesem Tag nicht blicken. Also änderte ich spontan meine Route und machte mich auf den Weg zu den alten Fischteichen. Seit hier keine Fischerei mehr betrieben wird, hat sich das Gebiet stark verändert. Einige Teiche waren komplett trocken, andere nur noch halb gefüllt. Doch eines fiel sofort auf: Wasservögel waren zahlreich vertreten. Enten, Gänse und andere Arten nutzten die flachen Gewässer intensiv.

Auf der Jagd nach dem Goldhähnchen

Während ich langsam durch das Gelände zog, entdeckte ich ein Goldhähnchen. Ein wunderschöner, aber extrem unruhiger kleiner Vogel. Er huschte von Ast zu Ast, verschwand ständig hinter Zweigen und machte es mir alles andere als leicht. Ganz langsam, Schritt für Schritt, versuchte ich näherzukommen, immer darauf bedacht, möglichst leise zu bleiben und den richtigen Moment abzupassen.

Ein Geräusch, das alles veränderte

Plötzlich hörte ich es. Ein leises Plätschern aus Richtung des Teiches. Kein typisches Vogelgeräusch – dafür war ich mir sofort sicher. Ich blieb stehen, schaute vorsichtig über die Schilfkante – und was ich dann sah, ließ mein Herz kurz schneller schlagen.

Drei spielende Fischotter – völlig ungestört

Im Wasser tummelten sich drei Fischotter.Sie spielten miteinander, tauchten unter, kamen wieder hoch und schienen die Umgebung vollkommen auszublenden. Mich nahmen sie offenbar kaum wahr. Ich konnte sogar meine Position wechseln, die Schilfdeckung verlassen und von einer freien Uferkante aus fotografieren und filmen. Die Otter setzten ihr Spiel fort, völlig entspannt und unbeeindruckt. Erst nach einer Weile entfernten sich die Geräusche – nicht, weil die Tiere mich entdeckt hatten, sondern weil sie im Spielen einfach den Teichbereich wechselten. Das Schilf versperrte mir schließlich die Sicht.

Ein seltener Moment der Tierbeobachtung

Trotzdem bleibt dieses Erlebnis etwas ganz Besonderes. Zum zweiten Mal in meiner fotografischen Laufbahn durfte ich einen Fischotter beobachten. Vor vielen Jahren war es ein einzelnes Tier, das ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen sah. Doch gleich drei Fischotter auf einmal? Das war eine Premiere.

Fazit: Fischotter in der Lewitz gibt es wirklich

Dieser Nachmittag hat mir erneut gezeigt, wie lebendig und überraschend die Natur in der Lewitz ist. Man braucht Geduld, Aufmerksamkeit – und manchmal einfach ein wenig Glück.

Für mich hat das entstandene Fischotter-Foto ganz klar das Potenzial zum Foto des Monats. Ein Erlebnis, das bleibt.

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