Naturbeobachtungen – Fuchswelpen

17.05.2020

Mein aktiver Fuchsbau ist quasi kalt gestellt worden. Der Windbruch als natürliche Deckung für die Fuchswelpen ist in Vorbereitung der Wiesenmahd beiseite geräumt worden. Die Störung war offensichtlich derart nachhaltig, dass die Fähe mit den drei Fuchswelpen vermutlich “umgezogen” ist. Weitere Beobachtungen und damit weitere Fotos der Füchse waren an diesem Spot daher nicht mehr möglich.

Der Zufall hat mir eine andere Tür geöffnet. Fotokollegen gaben mir den Tipp, so nebenbei, denn an diesem Abend galt unsere ganze Aufmerksamkeit den jungen Waldohreulen | ..aber dies ist bereits Stoff für eine eigene Geschichte.

Auf einem unscheinbaren, trockenen Acker sollen sich mehrere Fuchsbauten befinden. Von der damaligen LPG eingegrabene Reifen sollen hier die Grundlage für zahlreiche Fuchsbauten sein.

Die Reifen habe ich nicht gefunden. Dafür aber eine große Anzahl von Löchern in der sehr trockenen Heidelandschaft. Ein Futterplatz mit Federresten bestätigten, dass hier Füchse am Werk waren.

Es war keine Zeit, so dass ich mich lediglich für einige Minuten gegen den Wind an diese Stelle setze. Vermutlich waren die Füchse neugierig, denn in der Summe schauten drei Fuchswelpen aus dem Bau. Wir spielten miteinander, wenn ich mich versteckte schauten die Welpen aus dem Bau, wenn ich aufschaute versteckten sich die Füchse.

Irgendwie putzig das ganze Schauspiel.

Naturbeobachtungen – Rotfuchswelpen | ein Rückblick

11.05.2019

Meine regelmäßigen Besuche bei den Jungfüchsen machten sich bezahlt. Das Tarnzelt konnte ich in kurzer Entfernung vom Fuchsbau platzieren. Schon bei den vorangegangenen Ansitzen habe ich beobachten, dass sich die Fuchswelpen trotz dieser geringen Distanz nicht gestört fühlten.

Ihr „Erkundungsradius“ war noch nicht sehr groß. Die Jungfüchse konnten so bei der kleinsten Störung relativ schnell im Schutz der Erdhöhle Deckung finden.

An diesem Abend gab es aber dazu keine Veranlassungen. In der späten Abendsonne spielten die Jungfüchse vor dem Bau. Nach dem Spiel ruhten sie sich aus, unabhängig voneinander, quasi jeder für sich.

So gab es für mich einige Gelegenheiten das Treiben dieser Tiere fotografisch einzufangen.

Naturbeobachtungen – Rotfuchs

..Warten zahlt sich manchmal aus!

*sonnig| * 19°C | *kein Wind

Meine Wildkamera #1 am Fuchsbau lieferte mir den Hinweis, dass die Jungfüchse bereits den schützenden Bau verlassen. So war es höchste Zeit für mich einen Ansitz am Ort des Geschehens zu versuchen.

Karfreitag, die Abendsonne im Rücken, setzte ich mich deshalb in mein Tarnzelt. Ich positionierte mich frontal zum Tummelplatz der Welpen, der Abstand zur zertretenden Sandfläche betrug ca. 10 m. Das Warten begann, denn ohne Fleiß kein Preis, um mal ein schnödes aber wahres Sprichwort zu gebrochen. Die ersten beiden Stunden vergingen ohne eine Regung am Bau. Ich machte mir schon Gedanken und gab mir noch eine Gnadenfrist von 15 Minuten. Man nennt es dann wohl Telepathie, denn mein Plan ging auf.

Am Feldrand, hinter der besagten Sandfläche, verdeckt durch einen Busch, sah ich einen bräunlich orangen Schatten vorbei huschen. Meine Sinne waren voran geschärft. Plötzlich, ohne Ankündigung, sprangen die beiden Elterntiere auf die Bühne. Sie begrüßen sich mit eines angedeuteten Beißattacke und setzten sich dann friedlich in die Abendsonne. Mein Herz pochte! Sie nahmen von mir überhaupt keine Notiz, Tarnung und der Wind schienen an diesem Abend optimal zu sein. Als Bonus für diesen Abend ließen sich die Welpen im Schutz und der Fürsorge der Eltern blicken.

Ein vollkommen gelungener, ersten Ansitz der Fuchsjahres 2019! Darauf läßt sich aufbauen!

Naturbeobachtungen – Fuchswelpen | Teil 1

...auf einer Wiese 

Manchmal braucht es eines Hinweises. Diesen erhielt ich von einem Fotokollegen. Schon eine geraume Zeit sind wir auf der Suche nach einem intakten Fuchsbau. Der letztjährige Bau hat sich nach einer Inaugenscheinnahme leider als “vom Dachs bewohnt” herausgestellt. Schade.

Die Wiese liegt am Rande der Lewitz unweit eines kleinen Dorfes. Die erste Begehung des Spots zeigte mir unverhofft schnell, dass hier ein Volltreffer gelandet war. Schon beim Eintreffen am Fuchsbau sah ich am Eingang einen kleinen braunen Kopf. Darauf war ich nicht vorbereitet. Die Kamera hing am Gurt und war noch nicht bereit aber die Sichtung machte Hoffnung auf einen Erfolg. So stellte ich das Zelt unweit des Eingangs auf und verharrte beim ersten Ansitz  einige Stunden. Doch leider ohne weiteren Erfolg. Aus dem Vorjahr ist mir nur zu gut in Erinnerung, dass es bei der Unternehmung “Fuchswelpen” viel Zeit, Geduld und Glück braucht.

Ein weiterer Versuch erfolgte an einem Sonntagnachmittag. Ausgerüstet mit Zelt, Verpflegung und viel Zeit traf ich bei schönstem Sonnenschein am Ort ein.

Der Spot liegt unscheinbar in einer Senke, die beiden Eingänge sind vom Gras überwachsen, nur die Fahrspur, in deren Mitte sich der Bau befindet, bietet eine Orientierung. Weit und breit ist keine natürliche Deckung zu finden. Der Wind blies mir ins Gesicht, eine sehr wichtige Voraussetzung bei einer Fotopirsch. Nur noch wenige Schritte trennten mich vom Bau. Im Gras vernahm ich eine Bewegung. Vor mir tummelte sich ein bräunliches Wollknäuel im Gras. Mein Puls erhöhte sich schlagartig. Es blieb keine Zeit mehr zum Aufbau des Tarnzeltes, ich konnte gerade noch die Kamera auf dem Stativ befestigen, als sich vor meinen Augen ein Schauspiel ereignete, welches ich so noch nicht erlebt hatte. Ohne Tarnung, nur die Windrichtung im Auge behaltend, konnte ich mich bis auf wenige Schritte dem Fuchsbau nähern. Unmittelbar an den beiden Eingängen lagen vier Fuchswelpen im Gras und dösten in der warmen Aprilsonne. Ab und an hoben sie die Köpfe, spitzten die kleinen Ohren und verschwanden auch einmal im Bau. Die Neugier trieb sie aber immer wieder ins Freie und ich wurde auf sehr kurzer Distanz Zeuge des Spiels ganz junger Fuchswelpen.

Großartig, ich bleibe am Ball.

Rotfuchs | Vulpes vulpes

Manchmal braucht es Glück | Meine erste Begegnung mit den Fuchswelpen

Ein Tip eines mir bekannten Fotografenkollegen war der Auslöser für diese Unternehmung. Maik Z. hat bereits vor einiger Zeit davon gesprochen, dass er verdächtige Erdbewegungen gesehen hat. Der Verdacht, dass es ein Fuchsbau sein könnte, setzte sich in meinem Kopf fest. Hinzu kam, dass Maik über facebook postete, dass beim näheren Betrachten der Stelle ein kleiner Fuchskopf aus dem Eingang schaute, der aber bei seinem Ansitz vor einigen Tagen nicht wieder auftauchte. Der Grundstein war gelegt.

Ich wollte mein Glück versuchen und machte mich am späten Nachmittag des Pfingstsamstag auf den Weg zur besagten Stelle, die an einer kleinen Abbruchkante auf einer größeren Wiese lag. Deutlich zeichnete sich der helle Sand von der Umgebung ab. Hinzu kam, dass die Wiese frisch gemäht war, so dass das große Loch des Eingangs nicht verdeckt war. Zunächst aus einiger Entfernung checkte ich die Lage mit dem Fernglas, aber keine Regung am Bau oder in der näheren Umgebung. Neugierig, was sollte ich schon verlieren, ging ich zum Eingang und entdeckte sehr frische Kotspuren im mit Spuren übersäten Sand. Dank Handy und Google war die Identifikation relativ einfach – es war Fuchskot, Bingo!!!

Ich bin dann für ca. 2 Stunden abgehauen im Glauben, dass sofern die Füchse mich bemerkt haben sollten, sich die Lage wieder beruhigt. Den Wind beachtend habe ich mich noch beim gutem Fotolicht | f 5.6; 1/320 Sek.; ISO 400 | etwas seitlich vom Bau in des Tarnzelt verkrochen. Den Blick immer auf den hellen Sand vor dem Eingang gerichtet.

Das Warten begann! Nach ungefähr einer Stunde steckte der erste Fuchswelpe seinen Kopf hervor. Verdeckt von Blättern eines Gebüsches, ganz vorsichtig, den Blick immer auf mich gerichtet. Die Kamera arbeitete im Autofokus, was sich als Fehler heraus stellte. Der Kleine verschwand und ich kontrollierte die Aufnahmen, die Blätter des Busches waren scharf der kleine Kopf des Fuchses aber nicht. Ich hoffte auf eine zweite Chance.  

Die kam dann eine Stunde später. Das Fotolicht war fast grenzwertig als sich wieder hinter dem kleinen Busch vier kleine Ohren zeigten. Zwei lustige Augenpaare schauten mich an. Diesmal hatte ich die Kamera auf den manuellen Fokus eingestellt. Ich konnte scharf justieren und fotografieren. Die Beiden bleiben eine kleine Weile, ich hatte sogar die Zeit einen kleinen Videoclip zu drehen. Aber dann war es vorbei, die beiden Welpen und das Fotolicht verschwanden.

FAZIT – für den ersten Ansitz vor einem Fuchsbau hatte ich richtig Glück, ich bin eben doch ein Sonntagskind!


Es war klar, der Ehrgeiz hatte mich gepackt, es muss doch noch besser gehen und warum keinen zweiten Versuch starten. 

Am nächsten Abend, ich hatte mich mit Maik verabredet, versuchten wir unser Glück ein weiteres Mal. Es war sehr windig aber die Sonne schien nach einem verregneten Vormittag satt vom Himmelsblau. Wir stellten Maik`s Tarnzelt, es war groß genug für zwei Fotografen, diesmal so auf, dass wir in den Bau sehen konnten. Ein Jäger beobachtete unser Treiben und riet uns den Platz zu wechseln, denn der Wind war an der ausgesuchten Stelle nicht unser Freund und würde uns verraten. Wir bauten um, zogen auf die andere Seite, den Bau immer noch frontal und das Fotolicht von der Seite. Optimale Bedingungen für uns. Wir hatten die Hoffnung, dass der Wind noch nachlassen würde und setzen uns wartend ins Zelt. 

Nach einer guten Stunde erschien im dunklen Eingangsloch ein kleiner Kopf, rötlich mit weißen Ohren und listigen Augen. Er sah uns an, traute sich aber nicht weiter. Dieses Mal passte der Autofokus, immerhin, der Anfang war gemacht. Wir gaben uns High five und hofften auf mehr. Der feuerrote Sonnenball neigte sich immer weiter in Richtung Horizont, die goldene Stunde begann und ließ den Eingang des Fuchsbaus in einem goldenen Ton erstrahlen. Genau in diesem Moment zeigte sich der mutigere Fuchswelpe in voller Pose im Eingang. Es sah fast so aus als wollte er ins Freie treten und im Sand weiter posen. Genau das wäre unser Drehbuch gewesen aber Wildlife bleibt Wildlife. Der Fuchs machte, nachdem wir unsere Fotoserie im Kasten hatten, eine Kehrtwende und verkroch sich wieder im Bau. Irgendetwas schien ihn gestört zu haben. Wir machten auch die Kehre und packten zusammen.

FAZIT – das Glück hält weiter an!