Eisvogel | alcedo atthis

Überprüfung meiner Theorie

..ich hatte ja die These aufgestellt, dass der frühe Vogel den Wurm fängt | um hier eine alte Volksweisheit zu bemühen | oder kurz, dass frühes Aufstehen und rechtzeitiges Erscheinen am Ansitz garantiert den Eisvogel!

Nun, ich wollte diese Theorie überprüfen und habe mich deshalb an einem Märztag 2017 sehr früh auf den Weg gemacht. So früh, dass ich sogar die Stirnlampe zum Aufbauen des Tarnzeltes nutzen musste. Es hat alles rechtzeitig geklappt und ich sass voller Erwartung in meinem Versteck. Eines hatte ich mir vorgenommen, ich wollte das Objektiv nicht bewegen um den Vogel nicht zu erschrecken. So blieb mir nur die Wahl zwischen dem Baum, dort hafteten viele abgeschlagene Schuppen | eigentlich eine Garantie für einen gerade aktuellen Landeplatz des Eisvogels | oder dem Ansitzast, hier war die Fotodistanz kürzer und die aufgehende Sonne würde früher Licht auf diesen Platz werfen. Ich entschied mich für den Ast!

Die 400 mm waren ausgerichtet, die Einstellung auf manuellen Fokus gesetzt aber an Fotografieren war noch nicht zu denken, der ISO Wert bewegte sich in einem Bereich jenseits eines zu akzeptierenden Wertes.  

Die Sonne ging auf und nicht passierte, überhaupt nichts – kein Eisvogel der morgendlichen Appetit auf einen kleinen Fisch verspürte, ja nicht einmal ein Rufen des Eisvogels war zu hören. Die Zeit verging, die Uhr bewegte sich schon auf o9.oo Uhr zu und immer noch kein Erfolg.  Meine aufgestellte Theorie ging nicht auf!

Plötzlich, wie aus dem Nichts ohne ein Rufen, flatterte eine Eisvogeldame auf den Ast, ja auch noch genau in meinen ausgerichteten Fokus. Ich brauchte quasi nur noch nachjustieren und auszulösen. Sie blieb nicht lange, machte auch keine Anstalten um zu Fischen und hob nach einem kleinen Moment des Verweilens auch wieder ab.

Mir bleiben einige Fotos der kleinen Dame! 

Rotwild | cervus elephus l.

Die Begegnung , bei der mir der Mund offen blieb

Rotwild in der freien Natur erleben zu dürfen war mir bisher noch nicht vergönnt. Nun – es stand auf meiner to do Liste aber alle Versuche waren bisher vergebens. Es lag daran, dass eher das Damwild in den Wäldern meines “Wirkungskreises” die Oberhand hat aber auch daran, dass mir nicht bekannt war – wie macht man es am besten!?

Es ergab sich irgendwie, dass ich ins Gespräch mit einem Jäger kam. Ich stellte einfach die Frage – was ich machen müsste um Rotwild zu sehen. Die Antwort kam prompt, er zog sein Handy aus der Tasche und zeigte mir einen Videoclip. Was ich da sah, verschlug mir fast die Sprache. Die oben im Bild gezeigte Szene, noch potenziert in der Anzahl der Tiere und mit Ton untermalt, erschlugen mich fast.

….und dies alles in unmittelbarer Nähe zu meinem Heimatort. In keinem Gehege, in keinem umfriedeten Gebiet – nein, alles in der freien Natur, zugänglich für jedermann, vorausgesetzt man kennt den Ort. Ich werde ihn nicht verraten, zu groß ist die Gefahr, dass unzählige Schaulustige sich auf den Weg machen.

Von dem beschriebenen Weg musste ich keine 5 Minuten in den Wald hinein laufen. Rechts im Augenwinkel sah ich eine Wiese und dachte bei mir – was machen die Kühe im Wald, denn das mir Gezeigte konnte und wollte ich immer noch nicht glauben. Ich sah durch mein Fernglas und vor mir standen sie nun wirklich – eine unzählige Masse von Rotwild. Mein Herz schlug höher, ich hatte keine Deckung und jede Bewegung konnte die Tiere verscheuchen. Deshalb entschloss ich mich nur einige Fotos frei aus der Hand zur Dokumentation zu machen. Bessere Fotos würden nur bei genauer Planung und nach Rücksprache mit dem Jäger gelingen.

Irgendwann wurde ich bemerkt und es begann die große Flucht. Das Wild flüchtete in und durch den Wald, was einen ohrenbetäubenden Lärm verursachte. Ist ja klar, wenn ca. 500 Tiere a 4 Hufe durch den Wald rennen, sollte es schon zu hören sein.

Was mich stutzig machte ist die Tatsache, dass ich in diesem Teil des Waldes viele jagdliche Einrichtungen, sprich Hochsitze, gesehen habe. Ich glaube, dass hier ganz bewusst auf Rotwild angesessen wird. Nur so kann ich mir diese unglaubliche Anzahl von Tieren erklären.

Wie dem auch sei, ich kehre sicherlich zurück, spätestens im Herbst zur Hirschbrunft.

 PS. Die Fotos sind nicht von der besten Qualität und dienen hier lediglich zur Dokumentation des Gesehenen. 

Eisvogel | alcedo atthis

Eisvogelansitz im Winter

Das Jahr ist mittlerweile schon einige Wochen alt. Die letzten Tage waren kalt und grau. So manche Stunde verbrachte ich auch in der letzten Zeit an einem meiner Lieblingsplätze in der Lewitz –  am Eisvogelansitz. Verwöhnt vom Herbst und voller Optimismus glaubte ich, dass unsere weiteren Begegnungen gleichwohl regelmäßig und ergiebig sein würden. Ich hatte mich gehörig getäuscht!I Der Eisvogel war zwar zu sehen, aber  ich musste sehr schnell feststellen, dass er sehr argwöhnisch war. Bei jeder kleinen Bewegung flog er auf und kam nicht mehr zurück. Eine Erklärung fand ich nicht – hatte nur einen Verdacht, denn ich nahm an, dass er ja im Winter keine Jungen  zu versorgen hätte und deshalb nicht so viele Fische benötigen würde!? Wobei “er” oder “sie”  doch etwas fressen müssten  und deshalb wäre der Weg zum Jagdrevier, so definiere ich “diesen |meinen| Lieblingsplatz”, doch die logische Konsequenz, auch für diese Spezies. Ich hatte das Zelt an unterschiedlichen Stellen rund um den Ansitz aufgestellt, etwas weiter weg vom eigentlichen Ansitz, versteckt hinter Büschen oder hohen Gräsern aber leider immer vergeblich. Der Eisvogel kam, ich hatte nicht einmal die Zeit zu bestimmen, ob es sich um das Weibchen oder das Männchen handelt, und war nach sehr kurzer Zeit wieder verschwunden.

Irgendetwas passte nicht, was waren die Gründe?

Ich war zumeist um die Mittagszeit am Ansitz, das Licht war zu dieser Tageszeit  oftmals zwar nicht perfekt aber ausreichend, so dass der ISO Wert nicht ins Unermessliche kletterte. Lag es aber an dieser Tageszeit? Es stimmt wohl, dass der Eisvogel im Winter nur für sich selbst die Nahrung braucht und es geht ihm womöglich wie dem Menschen, der nach dem Erwachen Hunger verspürt.Ich dachte mir deshalb, dass ich es vor dem Sonnenaufgang probieren müsste.Der Eisvogel könnte mich beim Aufstellen des Tarnzettels zu dieser frühen Tagesstunde so noch nicht sehen und vielleicht stimmt ja meine Theorie.

War das die Lösung meines Problems?

So machte ich mich  auf, der Kalender schrieb den 13.02.17 und das Thermometer zeigt satte -8°C an – eine Herausforderung aber ich wollte es wissen. Das Tarnzelt stand noch vor dem Tagesanbruch und ich hätte keine 10 Minuten später kommen dürfen. Ich sass kaum, das Fotolicht war schlecht bzw. noch garnicht vorhanden (ISO über 6.000) und schon hörte ich das vertraute Klatschen des Wassers neben mir. Er war da und hatte vermutlich Hunger! Nur er war nicht dort wo ich ihn haben wollte, nämlich auf dem Ansitzast aber der Eisvogel war in der Nähe. Ich rührte mich nicht, die Kamera war eingerichtet, ausgerichtet auf den Ansitzast. Guter Rat war  nun teuer, sollte ich das Objektiv schwenken und damit das Risiko eingehen, dass er mich bemerkt oder sollte ich warten bis er sich auf den Ast setzt? Ich habe mich für das Warten entschieden und so fühlte sich der Eisvogelmann offensichtlich sicher, er blieb sitzen, nickte mit dem Kopf auf und ab, dies hatte ich schon oft beobachtet, und zeigte keinerlei Scheu. Er wechselte die Ansitzwarten, sass mal auf dem Ast oder auf dem Baum und erbeutete in der knappen Stunde zwei Fische. Ich konnte meine Fotos machen! Das Schauspiel war erst vorbei als das Geräusch eines herannahenden Baggers, der die Gräben meliorierte, die Stille des Morgens durchbrach. Der Eisvogel war gestört und flog auf. Ich konnte in diesem Moment auch zusammen packen!

Mein Fazit – meine Theorie ist aufgegangen, der frühe Vogel fängt den Wurm (oder besser den Fisch). Mein frühes Aufstehen hat sich bezahlt gemacht und einen weiteren Vorteil hatte die Sache noch, ich war rechtzeitig wieder in meinem Büro!

Unterwegs – Hansesail 2016

Hansesail 2016

Die 26. HANSESAIL ist schon wieder Geschichte. Schön war`s, na ja – das Wetter hätte sich etwas mehr Mühe geben können aber unser Törn am 13.08.2016 war schon wieder ein maritimes Erlebnis.

Zum wiederholten Mal war der 3-Mast-Schoner “Albert Johannes” für einige Stunden unser Gastgeber. 1928 als 2-Mast-Schoner in Holland auf Kiel gelegt, erfolgte der Umbau zum 3-Mast-Schoner 1983, 1991 wurde ein 240 PS starker Diesel eingebaut und seit 2000 ist der Rostocker Steffen Schwarze neuer Eigner. Der Segler hat eine Länge von 46 m bei einer Breite von 5,60 m. Die Segelfläche beträgt ca. 480 qm. Bei einem Tiefgang von nur 1,55 m eignet sich das Schiff besonders zu Fahrten auf den einheimischen, flachen Ostseegewässern entlang der deutschen, dänischen und schwedischen Küste. Mehr dazu unter www.albert-johannes.de


Die Begrüßung war wie immer herzlich, mit einem Rostocker Kümmel und einem Rollmops ging`s an Bord. Der Törn begann im Rostocker Stadthafen, es ging die Warnow rauf mit Ziel Warnemünde. Eine kleine Runde auf der Ostsee vor Warnemünde ist immer obligatorisch und zum Feuerwerk wollten wir wieder zurück in Rostock sein.

Es war mächtig was los auf der Warnow , alles was schwimmen konnte bewegte sich gegen 19.00 Uhr in Richtung Warnowmündung. Begleitet von den Geräuschen der Partymeile liessen wird die Stadt mit Motorkraft an Backbord und bereits kurze Zeit später waren wir eins mit den Wellen, den Wolken und den aufziehenden Möwen.

In Höhe Bramow hielten die Wolken nicht mehr, ein feiner Nieselregen zwang uns unter Deck. Wir nutzten die Zeit um uns am Buffet zu stärken. Räucherfisch – was sonst, dazu ein weiterer Rostocker Kümmel und noch einen Rostocker Kümmel und die Seele war zufrieden. Der Sonne schien es auch zu gefallen, denn ab und an machte sie ihre Aufwartung.

Immer noch mit Motorkraft passierten wir an den Steuerbordseite Gehlsdorf. Einige der Traditionssegler waren schon wieder auf der Rücktour, andere Schiffe bemühten sich im Konvoi Warnemünde zu erreichen.

Unser Käpt`n zog es vor einer Steuerbordkurs zu fahren, vorbei an den Fähren. An der Fährpier lagen über die Topen geflaggt zwei japanische Kriegsschiffe.

Die Zeit war schon fortgeschritten, bis zu den Leuchttürmen schafften wir es in diesem Jahr nicht mehr. Eine schnelle Wende auf der Wendeplatte inmitten der Warnow und dann lag der Heimatkurs am Ruder.

An der Steuerbordseite zeigte sich die ehemalige Warnowwerft in einem Fotolicht vom Feinsten, eine Mischung zwischen blau, violett, gelb, usw.. Eine wahre Farbenexplosion.