Begegnung mit einer Kegelrobbe an der Ostsee – ein unvergesslicher Moment
Anfang November. Die Sonne steht tief, das Wasser der Ostsee glitzert, und für die Jahreszeit ist es ungewöhnlich warm. Nach einem unkomplizierten Ortstermin blieb mir etwas Zeit – perfekt für einen kleinen Spaziergang entlang der Steilküste. Einige Urlauber und Spaziergänger genossen wie ich den sonnigen Tag.
Plötzlich zeigte jemand auf das Wasser, etwa hundert Meter vor der letzten Buhne: „Da liegt ’ne Robbe!“
Ich blickte hinaus und tatsächlich – auf einem Stein ruhte eine Kegelrobbe, das größte Raubtier Deutschlands. Nur mein Handy hatte ich dabei, doch schnell war klar: Für ein gutes Foto war die Entfernung zu groß. Zum Glück hatte ich einen Plan B. Auf dem Parkplatz, nicht weit entfernt, lag meine Kamera mit Teleobjektiv – ursprünglich für Kranichbeobachtungen gedacht- im Auto. Also zurück, Equipment geschnappt und wieder Richtung Steilküste.
Und da war sie noch: die Kegelrobbe, völlig unbeeindruckt vom Trubel um sie herum. Möwen kreisten über ihr, einige Kormorane schwammen auf und ab – doch die Robbe ließ sich nicht stören. Geduldig filmte und fotografierte ich sie, fasziniert von ihrer Ruhe und majestätischen Erscheinung.



Später am Rechner fiel mir etwas auf: Ihr Fell war zweigeteilt – eine Seite glatt und hell, die andere noch dicht behaart. Vielleicht ein Fellwechsel, vielleicht ein Zeichen für etwas anderes. Eine Antwort habe ich noch nicht. Eine kurze Recherche ergab: Entlang der mecklenburgischen Ostseeküste leben heute wieder rund 300 Kegelrobben, vor allem in der Region um Greifswald und vor der Insel Rügen. Doch auch an der offenen Küste, etwa bei Timmendorf auf der Insel Poel, werden immer häufiger Sichtungen gemeldet.
Für mich war es die erste Begegnung mit einer Kegelrobbe – und sie wird mir lange in Erinnerung bleiben. Dieses Naturerlebnis hat mir einmal mehr gezeigt, wie lebendig und wild unsere Ostseeküste ist, wenn man nur genau hinsieht.
🦭 Fakten zur Kegelrobbe an der Ostsee
- Größtes Raubtier Deutschlands – erwachsene Männchen können über 300 kg wiegen.
- Fellwechsel im Frühjahr – daher kann das Fell im Herbst unregelmäßig aussehen.
- Bestand im Aufwind – dank Schutzmaßnahmen kehren die Tiere langsam zurück.
- Beobachtungstipp: Mit Fernglas oder Teleobjektiv und respektvollem Abstand – die Tiere dürfen niemals gestört werden.

2 Responses to “Begegnung mit einer Kegelrobbe an der Ostsee – ein unvergesslicher Moment”
Horst
Moin Karsten,
einmal mehr schöne Aufnahmen und interessante Infos..
Dankeschön!
Ciao,
Horst
kbath
Danke und Grüße!