Rotwild | Cervus elaphus

Der erste Rothirsch der Saison war gleich ein Trophäenhirsch

Es ist bereits September. Ambitionierten Hobbyfotografen kribbelt es in den Fingern, die Zeit der Hirschbrunft ist heran. Anfang der Woche regnete es in Mecklenburg fast regelmäßig. An diesem späten Nachmittag sollte dieser fiese Nieselregen noch zu einer lichtausreichenden Zeit aufhören, ich hatte noch Urlaub und so war mein Plan geboren! Aus Gesprächen glaubte ich den oder einen Brunftplatz in der Lewitz zu kennen. Auf dem Weg dorthin schrieb mir M.. Auch er hatte Lust auf die Hirsche  ( !! die Sache mit dem Kribbeln !! ) und so verabredeten wir uns kurzentschlossen am Friedrichsmoorer Jagdschloß. Der Wetterbericht behielt glücklicherweise Recht. Es hörte auf zu schütten. Wir machten uns auf den Weg. Bepackt mit den Fotorucksäcken und den Stativen waren unser Vorhaben leicht zu durchschauen. Wir waren erst einen kurzen Weg der Strecke gegangen als hinter uns zwei Autos hielten. Der Revierförster stieg aus und fragte uns nach unserem Tun. Meine, doch aus der Betrachtung, nicht gerade freundliche und daher knappe Antwort  „Da hinten der Weg rechts und dann bis zur Wiese. Wir passen aber auf und klettern nicht auf die Hochsitze“, entlockte ihm ein mitleidiges Lächeln. Die Autos fuhren weiter und bogen nicht in den Weg  zum vermeintlichen Brunftplatz ein. Da die knappen Brunftlaute auch aus einer anderen Richtung kamen, war mir die Reaktion des Försters erklärbar. Er dachte sich „laß die mal zur Wiese, die Hirsche sind woanders“. Fotografen sind für Weidmänner nicht gerade die allerbesten Freunde und gleichwohl nicht in der Zeit der Rotwildbrunft.


Auf der Wiese herrschte tote Hose, nichts zu sehen und keine Silbe eines Brunftlautes. Unsere Geduld hielt sich auch in Grenzen und wir zogen weiter an den Fischteich, denn auch die Seeadler sammeln sich im September in unmittelbarer Nähe. So war es im letzten Jahr und so sollte es auch in diesem Jahr sein. Auf dem Weg dorthin quatschten wir und waren deshalb nicht vorbereitet als ein noch junger Seeadler in bestem Fotolicht an uns vorbei flog. Pech gehabt!

Was nun – Sonnenuntergang oder Rückzug. In dieser Überlegung versunken durchbrach ein Brunftschrei die abendliche Stille des Waldes. Der Ruf kam von der Wiese. Auch wenn die Chance einer Sichtung sehr gering war, wir probierten es, eine kleine Chance ist besser als keine Chance. Wieder näherten wir uns der Wiese nicht gerade weidgerecht, nämlich lautlos. Umso mehr waren wir überrascht!

Da lag er, ein Prachtexemplar von Rothirsch, einsam auf der Wiese. Keine 50 Schritte entfernt war nur das Haupt mit dem enormen Geweih zu erkennen. Die Kameras hatten wir zur Hand und so machten wir aus dem Stand bzw. frei aus der Hand unsere ersten Fotos. Dann zogen wir uns auf den Waldweg zurück um dort die Stative vorzubereiten.  Aus dem Augenwinkel sah ich wie sich der riesige Bursche erhob und über die Wiese galoppierte. Erst jetzt war die majestätische Gestalt dieses Hirsches zu erkennen, ein wahres muskulöses Prachtexemplar. Wir sprangen an den Wiesenrand und feuerten eine RAW Salve nach der Anderen ab. Als der König der Wälder die Bühne verlassen hatte klatschten wir uns ab und machten uns zufrieden auf den Heimweg.

FAZIT – ein gelungener Auftakt in die noch junge Rotwildsaison.

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