Rotbauchunke | Bombina bombina

Der Tümpel an der Brücke

Ein markantes Wahrzeichen der Lewitz ist der Aussichtsturm an der Dütschower Brücke. Leider werden dort, inmitten eines europäischen Vogelschutzgebietes, Busladungen von Schaulustigen abgekippt. Trotz dieser teilweise anherrschenden Unruhe hört man im zeitigen Frühjahr schon von weiten den Gesang der Amphibien, denn dort am Fuße der Brücke haben sie sich niedergelassen – die Rotbauchunken.

Bereits im letzten Jahr wurde ich durch Zufall auf diese Tiere aufmerksam. Ich traf einen Fotografen, der sich am Ufer des Tümpels herumtrieb. Er fotografierte diese Tiere, von denen ich bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Kenntnis hatte. Google half mir festzustellen, dass es sich um seltene und auch noch farbenprächtige Amphibien handelt. Im Jahr 2017 standen diese Tiere deshalb auf meiner Agenda. An einem Nachmittag Ende April, die Sonne schien, war es soweit. Das Wasser des Tümpels war fast glasklar und die Tiere waren noch aktiv. Gerade die Männchen, bei denen beim Rufen die Kehlblasen deutlich sichtbar sind, gaben sich Mühe. Die Männchen zeigten ein typisches Revierverhalten. Sie können durchaus mehrere Stunden auf einer Stelle verharren. Nähert sich ein Kontrahent wird  zum Angriff übergegangen und der Rivale vertrieben.

Ich konnte aber auch die Paarung beobachten. Das Männchen umklammert dabei das Weibchen. Beide verharren dann in dieser Position. Ich hatte das Gefühl, dass nichts weiter passieren würde. Dies muss aber ein Trugschluss sein, denn alljährlich bevölkern unzählige Rotbauchunken diesen Tümpel, so dass ich davon ausgehen kann, dass die Paarung durchaus erfolgreich sein muß. Erst im Herbst verlassen diese Amphibien das Gewässer und suchen ihre Winterquartiere in abgestorbenen Gehölzen, dem sogenannten Totholz  oder in Laubbeständen auf. Dabei legen sie manchmal viele Kilometer zurück. Im Frühjahr kommen sie dann an die Laichgewässer zurück und ein neuer Kreislauf beginnt.

2 Kommentare

  1. Hallo Karsten,

    toller Bericht und klasse Bilder geworden.
    Ja diese doch recht kleinen Unken, faszinieren schon und wir können uns glücklich schätzen so etwas vor unserer Haustür erleben zu dürfen.

    Gut Licht wünscht
    Maik Zilz ✌️

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