Naturbeobachtungen – Der Biber

... was war mit dem Biber los?

Ich hatte dem Tier am gegenüberliegenden Ufer des Störkanals zunächst keine Beachtung geschenkt, glaubte ich doch, dass es sich um eine der zahlreich vorhandenen Bisamratten handelt.

Erst als das Tier ans Ufer trat sah ich den mächtigen, breiten Schwanz, die sogenannte Kelle- ich hatte tatsächlich einen ausgewachsenen Biber vor mir. Mein Puls verdoppelte sich. Der Biber nahm von mir überhaupt keine Notiz, er liess sich wieder ins Wasser gleiten und schwamm mit einer relativ hohen Geschwindigkeit weiter am Ufer entlang. Auch ich beschleunigte meine Schritte, überholte das Tier, denn ich hatte einen Plan gefaßt und wollte die Gelegenheit nutzen, den Biber frontal zu fotografieren, dass klappte auch. Irgendwann entstieg der Biber wieder den Fluten, setzte sich  am mit Steinen befestigten Ufer unter einen Busch und verrichtete seine Toilette, vermutlich putzte er (oder sie?) sich trocken. Die Distanz zu mir betrug keine 20 Meter. Ich hatte nunmehr erstmalig die Möglichkeit bei akzeptablem Licht, Fotos von einem Biber zu machen. Einfach herrlich, genau diese Momente sind es, die die Wildlife Fotografie so faszinierend machen.

Nach seiner Toilette glitt das Tier wieder in den Fluß zurück und hielt genau auf mich zu um dann in ca. 5 m Entfernung an meiner Uferseite aus dem Wasser zu treten. Was war bloß mit dem Biber los ging mir durch den Kopf, glaubte ich doch, dass diese Tiere sehr menschenscheu sind und deshalb eine enorme Fluchtdistanz aufweisen. War er krank oder wurde er gestört, ich hatte für sein Tun keine Erklärung!

In einer Seelenruhe putzte sich der Biber erneut trocken, ich hatte sogar die Möglichkeit Fotos mit der 50 mm Festbrennweite zu machen. Wildlife mit 50 mm, total verrückt! Die ganze Prozedur dauerte eine Weile. Danach begann das Tier damit am Ufer zu graben. Mit dem Maul und den Vorderpfoten beförderte er Grassoden und Erde in den Kanal, es entstand dadurch eine kleine Mulde an der Uferkante in die sich der Biber dann legte und regungslos verharrte. Unerklärlich das Verhalten!

Ich liess ihn gewähren und entfernte mich nachdem ich meine Fotos und Videoclips auf der Speicherkarte hatte. Spektakulär und unvergeßlich!

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