Meine kleine Fotoschule – Focus Stacking

Focus Stacking

Schon einmal ausprobiert?

Focus Stacking kommt aus der Makrofotografie. Bekanntermaßen wird in der Makrofotografie eine offene Blende | kleine Blendenzahl aber große Blendenöffnung | eingesetzt um einen Effekt zu erzielen, der den focuszierten Bereich knackig scharf erscheinen und den Hintergrund in Unschärfe  verschwinden läßt. Das ist genau so gewollt und führt dann dazu, dass nur Teile des Motivs scharf abgebildet sind. Der restliche Teil, nehmen wir mal das Beispiel eines Insekts, focusziert auf die Facettenaugen, bildet die Augen scharf ab aber der restliche Körper mit den Flügeln etc., verliert sich in Unschärfe.

Diesem Effekt kann man mit dem Focus Stacking entgegen wirken. Letztlich ist es eine Erstellung von mehreren Bildern | bei gleicher Einstellung Blende-ISO-Belichtungszeit-Weißabgleich |. Bei jedem Bild wird mit dem manuellen Focus am Objektiv durch drehen am Focusring der Schärfenpunkt auf dem Motiv | oder aber die Schärfentiefenebene | verlagert, beginnend vom dichtesten gelegenen Punkt bis zum entferntesten gelegenen Punkt. Es wird also eine Fotoreihe mit unterschiedlichen scharfen Bereichen auf dem Motiv erstellt. So entstehen schnell | in der Praxis dauert dieser Vorgang aber lange | eine große Anzahl von Aufnahmen die dann am Rechner zu einem einzigen, scharfen Bild generiert werden.  

Programme werden dafür genutzt. Ich für meinen Teil verwende Adobe Photoshop und wende den nachstehenden Workflow an.


1.|   PS öffnen

2.|   über „Datei/Automatisieren/Fotomerge“ ein Kontextmenü öffnen, bei dem der Haken bei „Bilder zusammen überblenden“ entfernt werden muss

3.|   mit dem Befehl „Durchsuchen“ die RAW´s auswählen und öffnen

4.|   in PS werden nach einer längeren Wartezeit alle RAW`s in Ebenen angezeigt

5.|   alle Ebenen müssen nun markiert werden  | CMD+A |

6.|   über „Bearbeiten/Ebenen automatisch überblenden“ wird dann das finale Bild generiert und geöffnet

7.|   mit | CMD+E | werden die Ebenen zusammengefasst

8.|   danach kann das Foto mit dem üblichen Workflow in Camera RAW oder PS weiter bearbeitet werden.


Ich habe es an einem Versuchsaufbau probiert und habe sehr viele Anläufe gebraucht um alle Bereiche im Motiv einigermassen scharf zu bekommen. Es ist sehr aufwendig und braucht sehr viel Zeit. Das unten zu sehende Foto ist aus 37 Einzelaufnahmen entstanden. Wenn ich mir nun vorstelle, dass am lebenden Insekt zu probieren, dann habe ich meine Zweifel ob das Motiv auch so lange still hält.

Auf einen Versuch kommt es an. Die Grundlage habe ich für mich geschaffen, nun muss ich es nur noch am Feldversuch ausprobieren.

 

 

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