Fasane | Phasianus colchicus

...wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Fotograf
Fasan | Phasianus colchicus

Warum bemühe ich dieses etwas abgewandelte Sprichwort? Nun, auf der Fahrt nach Magdeburg, so in etwa Höhe Stendal, flogen mir zwei Fasanenhähne vor die Frontscheibe und landeten auf einem Acker neben der Bundesstraße. Ein Versuch war es wert und so drehte ich das Auto um, holte die Kamera aus dem Kofferraum und platzierte mich in gehörigem Abstand. Auf den Acker konnte ich nicht, denn ich hatte keine „Tobesachen“ an.

Beide Tiere waren mit sich beschäftigt und nahmen zunächst keine Notiz von mir. Tief in der aufgehenden Saat versteckt, die Köpfte eingezogen saßen sich die beiden streitbaren Hähne gegenüber. Mit lautem Geschrei und ausgestellten Flügeln flogen diese hühnerartigen Vögel hoch und stießen beim Luftkampf mit den Brustkörben aneinander. Was für ein Schauspiel, offensichtlich war ich Zeuge eines Revierkampfes.

Erst als ich etwas unvorsichtig aus der Deckung trat flogen die Beiden davon.

Fasane in der freien Natur zu beobachten ist mir schon gelungen, allerdings waren es nur immer Einzeltiere. Einen Revierkampf in dieser Form sah ich zum ersten Mal in meiner noch jungen „Wildlifekariere“. Trotz des doch bescheidenen Lichts an diesem Herbsttag bin ich mit den Schnappschüssen recht zufrieden.   

Naturgewalten

... es ist Herbst geworden
Waldlewitz nach Xavier

Der zurück liegende Sommer hatte auch fast durchweg herbstliche Züge aber nun ist er da, der Herbst.

… und wieder hat es die heimische Lewitz getroffen, ähnlich wie vor knapp 14 Monaten. Damals mussten viele Bäume daran glauben, ob dies der Grund ist für das Ausbleiben der Greifvögel in dieser Saison!? Auffallend ist es schon, dass die Zahl von Seeadler &. Co rückläufig ist.

Nun auch noch Xavier, der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 kmh am 05.10.2017 über Norddeutschland gefegt ist. Die Waldlewitz wurde traktiert, die Folge waren zahlreiche, umgestürzte Bäume. Die Wege in der Waldlewitz sehen schlimm aus, stattliche Eichen mit einem Durchmesser größer 1 m liegen samt Wurzelwerk auf der Seite.

Es wird Tage dauern bis die Wege wieder zu begehen sind. Schwere Technik muss in den Wald gebracht werden, dies wiederum wird die Tierwelt nachhaltig stören. 

Die Natur schlägt zurück. Ein hausgemachtes Problem, wir Menschen haben dazu  nicht unwesentlich beigetragen. 

Rotwild | Servus elaphus

...in der Lewitz sind die Hirsche los

Am gestrigen Samstag war es wieder soweit. Da sich  meine Frau das Spektakel der Hirschbrunft auch nicht entgehen lassen wollte, war dieser Morgen für dieses Naturereignis geblockt. 

Der gnadenlose Zeitmesser alarmierte uns zu einer gottlosen, sehr frühen Stunde. Draußen war es noch stockdunkel als wir uns auf den Weg in die Waldlewitz machten. Ausgestattet mit Stirnlampen, Warnwesten und einem Taschenmesser (in der Lewitz wurden Wölfe gesichtet) stiefelten wir noch schlaftrunkend durch den herbstlich, kühlen Wald. Noch in weiter Ferne waren die Brunftlaute der Hirsche deutlich zu hören. Ein gutes Zeichen, sie waren da, so glaubten wir. Am ersten Spot, einem aufgespannten Tarnnetz am Rand der Brunftwiese, gähnende Leere, weit und breit kein Tier, keine Regung am Waldrand, einfach nichts. Wir zogen weiter zu einem Hochsitz, der zentraler am Rand der Wiese vor einem Graben steht. Obgleich mir natürlich bekannt ist, dass eine solche „jagdliche Einrichtung“ nicht ohne Zustimmung des Jägers benutzt werden darf, war es für dieses Mal eine Ausnahme. Wir hatten keine andere Chance, einigermaßen unbemerkt uns in Position zu bringen.

Dort angekommen sahen wir die Silhouetten von Rotwild, die sich deutlich von der Wiese abzeichneten. Das Rehwild davor sprang sofort ab, das Rotwild blieb zunächst noch stehen. Wir, d.h. meine liebe Frau, hatte Probleme mit dem Fernglas. Die daraus resultierenden Gesprächsfetzen müssen die Tiere mitbekommen haben. Als wird den Hochsitz bezogen hatten waren sie weg bzw. nur undeutlich sichtbar in weiter Entfernung.

Das Warten begann. Vor uns sollte die Sonne aufgehen aber weder von den Tieren noch von der Sonne, von beiden keine Spur. Kein Licht, kein Tier, ja nicht einmal Nebel – die Wiese lag vor uns im trostlosen Grau eines aufgehenden, scheinbar verregneten Herbsttages. Ein Traum für jeden Fotografen! Wir hielten eine gute Stunde durch, laut Uhr sollte die Sonne längst aufgegangen sein, lediglich ein Wildschein (Jägersprache = ein Stück Schwarzwild) zeigte sich weit, weit weg, so dass wir uns zum Aufbruch fertig machten. Meine Frau war schon die Kanzel herunter geklettert und ich war noch mit dem Zusammenbau der Fotoausrüstung beschäftigt als ich im Augenwinkel einen sich bewegenden Schatten wahrnahm. 

Ein beachtlicher Rothirsch betrat die Bühne, im Schlepp zwischen den Stangen seines ausladenden Geweihs einen großen, belaubten Ast. Ruhig zog er über die Wiese. Ich zischte nur so etwas wie „Hiiiiirsch…..“ und war dann damit beschäftigt meine Technik wieder in Stellung zu bringen. Das Licht war immer noch nicht besser, an kurze Verschlußzeiten war nicht zu denken und den ISO wollte  ich auch nicht so hoch schrauben, so dass ich mich auf Videosequenzen konzentrierte. Vor Aufregung schlotterten mir die Knie. Ab und an blieb das Tier stehen und trat letztlich am Wiesenrand ab.

Zum Schluß war doch noch alles gut!

 

Rotwild | Cervus elaphus

Der erste Rothirsch der Saison war gleich ein Trophäenhirsch

Es ist bereits September. Ambitionierten Hobbyfotografen kribbelt es in den Fingern, die Zeit der Hirschbrunft ist heran. Anfang der Woche regnete es in Mecklenburg fast regelmäßig. An diesem späten Nachmittag sollte dieser fiese Nieselregen noch zu einer lichtausreichenden Zeit aufhören, ich hatte noch Urlaub und so war mein Plan geboren! Aus Gesprächen glaubte ich den oder einen Brunftplatz in der Lewitz zu kennen. Auf dem Weg dorthin schrieb mir M.. Auch er hatte Lust auf die Hirsche  ( !! die Sache mit dem Kribbeln !! ) und so verabredeten wir uns kurzentschlossen am Friedrichsmoorer Jagdschloß. Der Wetterbericht behielt glücklicherweise Recht. Es hörte auf zu schütten. Wir machten uns auf den Weg. Bepackt mit den Fotorucksäcken und den Stativen waren unser Vorhaben leicht zu durchschauen. Wir waren erst einen kurzen Weg der Strecke gegangen als hinter uns zwei Autos hielten. Der Revierförster stieg aus und fragte uns nach unserem Tun. Meine, doch aus der Betrachtung, nicht gerade freundliche und daher knappe Antwort  „Da hinten der Weg rechts und dann bis zur Wiese. Wir passen aber auf und klettern nicht auf die Hochsitze“, entlockte ihm ein mitleidiges Lächeln. Die Autos fuhren weiter und bogen nicht in den Weg  zum vermeintlichen Brunftplatz ein. Da die knappen Brunftlaute auch aus einer anderen Richtung kamen, war mir die Reaktion des Försters erklärbar. Er dachte sich „laß die mal zur Wiese, die Hirsche sind woanders“. Fotografen sind für Weidmänner nicht gerade die allerbesten Freunde und gleichwohl nicht in der Zeit der Rotwildbrunft.


Auf der Wiese herrschte tote Hose, nichts zu sehen und keine Silbe eines Brunftlautes. Unsere Geduld hielt sich auch in Grenzen und wir zogen weiter an den Fischteich, denn auch die Seeadler sammeln sich im September in unmittelbarer Nähe. So war es im letzten Jahr und so sollte es auch in diesem Jahr sein. Auf dem Weg dorthin quatschten wir und waren deshalb nicht vorbereitet als ein noch junger Seeadler in bestem Fotolicht an uns vorbei flog. Pech gehabt!

Was nun – Sonnenuntergang oder Rückzug. In dieser Überlegung versunken durchbrach ein Brunftschrei die abendliche Stille des Waldes. Der Ruf kam von der Wiese. Auch wenn die Chance einer Sichtung sehr gering war, wir probierten es, eine kleine Chance ist besser als keine Chance. Wieder näherten wir uns der Wiese nicht gerade weidgerecht, nämlich lautlos. Umso mehr waren wir überrascht!

Da lag er, ein Prachtexemplar von Rothirsch, einsam auf der Wiese. Keine 50 Schritte entfernt war nur das Haupt mit dem enormen Geweih zu erkennen. Die Kameras hatten wir zur Hand und so machten wir aus dem Stand bzw. frei aus der Hand unsere ersten Fotos. Dann zogen wir uns auf den Waldweg zurück um dort die Stative vorzubereiten.  Aus dem Augenwinkel sah ich wie sich der riesige Bursche erhob und über die Wiese galoppierte. Erst jetzt war die majestätische Gestalt dieses Hirsches zu erkennen, ein wahres muskulöses Prachtexemplar. Wir sprangen an den Wiesenrand und feuerten eine RAW Salve nach der Anderen ab. Als der König der Wälder die Bühne verlassen hatte klatschten wir uns ab und machten uns zufrieden auf den Heimweg.

FAZIT – ein gelungener Auftakt in die noch junge Rotwildsaison.

Eisvogel | Alcedo atthis – eine Fortsetzung

...fast noch perfektes Licht
Eisvogel

In diesem Sommer müssen die wenigen sonnigen Momente einfach genutzt werden. Das Licht an dem Augustfreitag war fast optimal, die Sonne stand schon tiefer warf ein warmes Licht und ich hatte das Zelt an Bord. Was lag näher als nach den Eisvögeln zu schauen.

Ich wählte einen dichten Standort frontal zum Ansitzast. Es vergingen keine 10 Minuten und er saß auf seinem angestammten Platz in bestem Fotolicht. Eine kleine Bewegung von mir ließ den Vogel aufschrecken und er flog mit lautem Geschimpfe davon. Das war`s dann wohl, waren so meine ersten Gedanken.

…aber wie es so ist in der Wildlifefotografie, ich sage mir immer – „einer geht noch“ und setzte mir einen Zeitrahmen, quasi nach dem Motto: „Kommt er – ist es gut, kommt er nicht – ist es auch nicht so schlimm!“ So habe ich es gehalten, zwei Stunden waren mein Limit. Die Sonne wanderte, der Ansitz tauchte immer mehr in den Schatten, kein Wunder, denn mein Zelt stand unmittelbar davor und warf den Schatten selbst. Kurz vor Ablauf des Ultimatums, die Astspitze war nur noch in der Sonne, vernahm ich ein bekanntes Platschgeräusch, der Eisvogel war in der Nähe und flog tatsächlich noch einmal auf den Ansitz. Ich nahm was da war, wenig Licht aber es ging gerade noch so.

Es war mal wieder ein besonderes Wildlifeerlebnis mit dem Quäntchen Glück auf meiner Seite.

 

Meine kleine Fotoschule – Timelapse

Timelapse, oder die etwas andere Art der Fotografie

Irgendwie bin ich auf den Zug der Timelapse Hysterie aufgesprungen. Es scheint in den einschlägig bekannten Suchportalen für ambitionierte Hobbyfotografen ein neuer Trend zu sein oder ich habe gepennt und bin jetzt erst darauf gestoßen!

Ich wurde neugierig und wollte eigentlich nur wissen, worum es sich dabei handelt. Einfach übersetzt sind es Zeitrafferaufnahmen, ja und, was ist daran so besonderes? Schaut man sich im Netz derartige Sequenzen an, fällt zunächst auf, dass es ins Auge sticht und irgendwie spektakulär aussieht. Eine Art Video, welches sehr schnell abgespielt wird und damit Stunden in Sekunden vergehen läßt. Perfekt sieht es bei Sonnenauf- und untergängen aber auch bei ziehenden Wolkenformationen aus.

Aber wie – wie wird es gemacht? Theoretisch werden über eine längeren Zeitraum, dabei sollten ca. 60 Minuten das Minimum sein, in Abständen von 2 Sekunden, bei gleicher Einstellung (Blende, Belichtung, ISO) Fotos gemacht. Sofern ich mich nicht verrechnet habe entstehen so 1.800 Fotos in der Stunde. Für die Kamera und die Speicherkarte ein enormes Pensum. Mit Hilfe von Timelapse Programmen werden diese Fotos auf dem Rechner verrechnet und es entsteht ein Video, welches dann mit einer 10 bis 20 fachen Geschwindigkeit gerendert  wird. Alles klar?

OK, heute kann man Timelapse auch für den Hausgebrauch mit dem Handy machen. Entsprechende Apps helfen dabei und führen zu einem akzeptablen Ergebnis. Ich für meinen Teil nutzte das iPhone 6s und die Applikation „Zeitraffer“. Ein erstes Ergebnis stelle ich unten ein.

 

Eisvogel | Alcedo atthis

Der neue Ansitzast oder Versuch macht klug
Eisvogel jung weiblich

Die Eindrücke vom letzten Wochenende klingen noch nach. Ich mußte deshalb noch einmal zum Eisvogelansitz, zumal noch ein zweiter Grund gegeben war, denn ich habe zur Zeit das neue Teleobjektiv von Sony G Master FE 100-400 mm F4.5-5.6 GM OSS, gegenwärtig laut Internetrecherche wohl das Maß der Dinge, zum Testen und der Eisvogel schien für mich ein dafür lohnendes Motiv zu sein.

Am Ansitzplatz angekommen kam mir ein bekannter Fotofreund aufgeregt entgegen. Nicht nur, weil wir uns lange nicht gesehen und gesprochen haben, nein es gab leider einen anderen, unerfreulichen Grund – der Ansitzast war weg bzw. trieb im Tümpel. Das passiert nicht von allein, hier muss jemand bewußt nachgeholfen haben. Es passieren gegenwärtig merkwürdige Dinge in der Lewitz!? Erst vor einigen Tagen wurde in einer fb-Gruppe gepostet, dass ein Beutelmeisennest feinsäuberlich mit dem Ast zusammen abgesägt und geklaut wurde. Was für ein Wahnsinn passiert hier gerade?


Wir haben kurzentschlossen einen neuen Ansitzast installiert. Zunächst nur behelfsmäßig, denn wir waren darauf nicht vorbereitet und hatten deshalb kein passendes Werkzeug um die neue Ansitzwarte in den sehr verdichteten Untergrund der Böschung treiben zu können. Eine Astgabel machte die Sache für den Moment etwas stabiler.

Nur eine Frage blieb – kommt er/sie und wird der neue Ansitz angenommen? Ich hatte ja alles dabei, machte mein Tarnzelt bereit und gab mir 2 Stunden Zeit zum Testen. 

Es dauerte keine 30 Minuten und eine junge Eisvogeldame stellte sich ein und nahm den neuen Ansitz an der alten Stelle in Besitz, gerade so als wenn nichts gewesen wäre. Der junge Vogel bleib fast eine Stunde , „ertauchte“ sich in dieser Zeit so manchen Fisch und gab mir die Gelegenheit meinen Plan umzusetzen. Die Kombination der Sony alpha 7r2 mit der neuen Linse machten dabei eine sehr gute Figur. Aufnahmen in der Bewegung klappten erstaunlich gut. Es macht Lust auf mehr, mein „Ansitzplatz“ scheint mir dabei trotz des neuen Ansitzastes weiterhin eine gute Location zu sein. 

 

Eisvogel | Alcedo atthis

...das Glück bleibt auf meiner Seite

Der Regen hat eine Pause gemacht, der starke Wind der letzten Tage ist etwas abgeflacht und die Sonne schickte sich an zu scheinen. Genug Gründe um bei den Eisvögel nach dem Rechten zu schauen.

An „meiner“ Stelle standen schon drei Autos. Meine Fotografenkollegen waren in der Nähe. Keine guten Voraussetzungen, denn ich musste damit rechnen, dass schon Unruhe im Revier herrschte. Auf einen Versuch kam es an. So habe ich das Tarnzelt aufgestellt und mir gesagt „abbrechen kann ich immer noch, wenn die Kollegen kommen!“

Die Sonne verkrümelte sich, der ISO schoss noch oben. Ich musste keine 30 Minuten warten. Der „Eisi“ flog auf seinen angestammten Ast. Leider nur für einen kurzen Augenblick, einige Fotos konnte ich trotzdem machen. Sein gestern bevorzugter Ansitz war ein im Wasser liegender, umgefallener Baumstamm. Hohes Gras verdeckte meine Optik teilweise aber mit einer manuellen Fokuszierung konnte ich die Situation lösen. Es bleib auch noch die Zeit für kleine Videosequenzen.

..und dann trat das ein, was kommen musste. Hinter mir wurden Stimmen laut. Die Kollegen waren hörbar in der Nähe, der Eisvogel weg und ich brach ab. Nicht schlimm, wie man an den bleibenden Ergebnissen sehen kann.

 

 

Teufelsmauer im Harz

Was hat der Teufel mit der Mauer zu tun?
Teufelsmauer bei Weddersleben

„Gott und Teufel haben mal wieder um die Welt gefeilscht. Diesmal ging es um den Harz, den der Teufel begehrte. Der Deal bestand darin, dass dem Teufel der Harz dann gehören sollte, wenn er es schaffen würde bis zum ersten Hahnenschrei eine Mauer um den Harz zu bauen. Nun begab es sich, dass sich bereits vor dem Morgengrauen eine Magd auf den Weg zum Markt machte um dort einen Hahn zu verkaufen. Diesen trug sie  in einem Korb über dem Arm. Als sie nun unverhofft dem Teufel begegnete war sie so erschrocken, dass sie den Korb fallen liess. Der Hahn fiel aus dem Korb und fing sofort an zu krähen. Vor Wut ob des plötzlichen Tagesanbruchs zerstörte der Teufel sein Bauwerk. Die Reste sind bis heute zu sehen.“ – soweit die Sage über die Teufelsmauer. 


Ich kannte diesen Fotospot vom Hörensagen. Nun hatte ich beruflich in Sachsen-Anhalt zu tun und habe die Gunst der Stunde genutzt um mir diesen Spot aus der Nähe anzusehen.

Meine Tour begann am Parkplatz um Fuße der Mauer zwischen Thale und Weddersleben. Von dort führt ein Steig, bekannt als Teufelsmauerstieg, direkt zu Mauer. Schon gleich hinter dem Parkplatz erreicht man die Bode. Wer möchte kann hier an einer Staustufe das Stativ aufstellen und erste Langzeitbelichtungen versuchen.  Wer weiter geht gelangt über kleine Stufen direkt an die Mauer. Erst weiter oben blieb mir der Mund offen stehen. Diesen Anblick hatte ich nicht erwartet. Eine imposante, zackenartige, längliche Felsenformation ragte in den Himmel. In meinem Fall in einen regnerischen, grauen Himmel. So eine Kombination aus hartem Granit und weichem Sandstein, in Schollen aufgestapelt, ungleichförmig unterbrochen läßt das Fotografenherz höher schlagen. Ich für meinen Teil habe meine ersten Fotos an diesem Spot gemacht. Nicht perfekt aber immerhin.

Am nächsten Tag war das Wetter besser, nicht optimal, weil die Tageszeit, es war Vormittag, bei blauem Himmel und Sonne eher hartes Licht mit Schatten lieferte. 

Ich bin schon der Meinung, dass dieser Spot zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang bessere Ergebnisse liefern würde. Dies werde ich ausprobieren und bringe dann mehr Zeit mit.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass dieser Spot auch ein Tip für Wildlife Fotografen ist. Ich konnte Turmfalken beobachten, die in den Felsenspalten optimale Brutmöglichkeiten finden. Unmittelbar angrenzend befinden sich Streuobstwiesen. Über diesen stehen die Falken bei ihren Rüttelflügen auf der Jagd nach Beute. Schöne Fotos sind garantiert!

 

Wasseramsel | Cinclus cinclus

...am rauschenden Bach

Langzeitbelichtungen an der Bode im Bodetal nahe Thale waren mein Ziel des kleinen Fototrips in den östlichen Harz.

Wasseramsel

Im Hinterkopf hatte ich zwar die Hoffnung Wasseramseln zu sehen , zumal mir bekannt war, dass diese Singvögel, im übrigen die einzigen Singvögel die schwimmen und auch tauchen können, sich nur an sauerstoffreichen, schnell fließenden Gewässern aufhalten. Auf die Bode trifft dieses uneingeschränkt zu. Meine erste Sichtung der Wasseramsel hatte ich im Mai 2017 im Liebethaler Grund. Auch dort herrschten diese Bedingungen. Leider hatte ich damals bei der Wanderung in der Sächsischen Schweiz aus Gewichtsgründen das Teleobjektiv nicht im Fotorucksack.

Diesmal war ich aber auf eine Begegnung vorbereitet. Als ich die Wasseramsel bemerkte hatte ich noch das Weitwinkelobjektiv an der Kamera. Ich dachte noch bei mir „Wieder Pech gehabt!“ und wollte schon etwas resigniert weiterziehen.  Nun konnte ich aber beobachten, dass der Vogel sich zwar fortbewegte aber der Bewegungsradius war relativ übersichtlich und für mich gut einsehbar. Auf einen Versuch kam es an, mehr als wegfliegen konnte der Vogel schließlich nicht und so wechselte ich die Optik. Mein Blickwinkel auf den Vogel war etwas erhöht, nämlich von der gemauerten Uferkante aus runter zur Bode, eine Chance nach unten zu gelangen hatte ich an dieser Stelle leider nicht. 

Die Wasseramsel suchte offensichtlich Futter. Dabei flog sie von Stein zu Stein oder auf einen Ast, verweilte einige Momente an diesen Stellen, wobei sie dort immer teilweise den Kopf unter Wasser steckte. Es sah so aus als wollte sie trinken. Ich konnte auch beobachten, dass sie gelegentlich schwamm oder gänzlich untertauchte. Schwierig war es nur nach derartigen Attacken den bräunlichen Vogel wieder zu entdecken, denn er hob sich kaum von der Wasserfarbe der Bode ab. Nur sein leuchtend weisses Brustkleid machte es möglich.

Irgendwann habe ich ihn aus dem Gesichtsfeld verloren aber Fotos und kleine Videosequenzen hatte ich auf der Speicherkarte, so dass eine weitere Wildlife Erinnerung mein Portfolio bereichert.